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Wann lohnt sich die Eigenproduktion von PET-Verpackungen?

Die Eigenproduktion von PET-Flaschen und -Dosen kann sich bereits bei einem monatlichen Bedarf von mehreren Zehntausend Stück lohnen. Entscheidend sind drei Faktoren: die Differenz zwischen dem Einkaufspreis der fertigen Verpackung und ihren Herstellungskosten, die Regelmäßigkeit des Bedarfs und die Investition für den Produktionsstart.

Für ein Unternehmen, das regelmäßig 50.000–100.000 ähnliche Verpackungen im Monat benötigt, ist das eigene Streckblasen eine genauere Berechnung wert. Auch kleinere Mengen können wirtschaftlich sein, insbesondere bei teuren Zukaufverpackungen oder hohen Transport- und Lagerkosten.

Was kostet eine selbst hergestellte Verpackung aus einem Preform tatsächlich?

Ein Preform ist ein Vorformling, aus dem durch Erwärmen, Strecken und Blasen eine fertige PET-Verpackung entsteht. Die Differenz zu einer zugekauften Flasche oder Dose muss Strom, Druckluft, Kühlung, Personal, Ausschuss sowie Maschinen und Formen finanzieren.

Der Energieverbrauch ist für die gesamte laufende Anlage zu berechnen. Neben der Blasmaschine verbrauchen auch Kompressoren, Druckluftaufbereitung und Kühlung Strom. Das Erwärmen der Preforms und die Drucklufterzeugung sind wesentliche Kostenbereiche mit Einsparpotenzial bei der Herstellung von PET-Verpackungen.

Betrachten wir eine PET-Flasche mit 500 ml Volumen und 20 g Gewicht. Für das Rechenbeispiel in Deutschland nehmen wir an:

Die übrigen Preis-, Personal- und Investitionsansätze sind umgerechnete Annahmen eines einheitlichen Vergleichsmodells. Für die eigene Planung sind die tatsächlichen Einkaufs- und Personalkosten einzusetzen.

Für Maschinenbetreuung und Verpackung rechnen wir zusammen mit 1,5 Arbeitsstunden je Betriebsstunde der Anlage.

KostenbestandteilKosten je Gutteil
Preform einschließlich Ausschussrund 0,0577 EUR
Strom für Blasmaschine, Kompressoren und Kühlungrund 0,0024 EUR
Betreuung und Verpackungrund 0,0085 EUR
Kartonsrund 0,0034 EUR
Laufende Herstellungskostenrund 0,0720 EUR

Bei einem Einkaufspreis von 0,1131 EUR verbleiben rund 0,0412 EUR je Stück zur Deckung der Investition und weiterer Kosten. Dieser Betrag, multipliziert mit dem tatsächlichen Absatzvolumen, bestimmt die Wirtschaftlichkeit.

Ab welcher Menge lohnt sich die Eigenproduktion?

Ergänzen wir das Beispiel um eine angenommene Investition von rund 67.889 EUR netto für die komplette Produktionsausrüstung, eine Form und die Inbetriebnahme. Verteilen wir sie rechnerisch auf 60 Monate und addieren wir 226,30 EUR an sonstigen monatlichen Fixkosten. Daraus ergeben sich 1.357,77 EUR monatliche Belastung. Zinsen und Steuern bleiben im Beispiel unberücksichtigt.

Bei unveränderten Produktionsparametern ergeben sich folgende Werte:

Monatlicher BedarfStückkosten einschließlich angesetzter Fixkosten
25.000 Stückrund 0,1263 EUR
50.000 Stückrund 0,0991 EUR
100.000 Stückrund 0,0856 EUR
200.000 Stückrund 0,0788 EUR

Unter diesen Bedingungen liegt die Kostendeckungsschwelle bei rund 33.000 Stück pro Monat. Bei 50.000 Stück entsteht bereits eine Einsparung; 100.000 Stück bieten deutlich mehr Spielraum für Preisänderungen und ungeplante Ausgaben.

Auch die einfache Amortisationsdauer sollte berechnet werden. Im Beispiel beträgt sie rund 37 Monate bei 50.000 Stück monatlich und 17 Monate bei 100.000 Stück. Dafür verwenden wir die Einsparung nach laufenden Ausgaben, ohne die rechnerische Verteilung der Investition nochmals abzuziehen.

Diese Schwellen gelten für die beschriebene Konfiguration. Andere Investitionen, Arbeitsabläufe oder Preformpreise verschieben sie in beide Richtungen.

Wie viel günstiger muss der Preform sein?

Die prozentuale Differenz sollte immer auf den Einkaufspreis der fertigen Verpackung bezogen werden. Kostet sie 0,1131 EUR und der Preform 0,0566 EUR, ist der Preform rund 50 % günstiger. Die Einsparung am fertigen Stück fällt kleiner aus, weil die Verarbeitung hinzukommt.

Ändern wir ausschließlich den Preformpreis und behalten die anderen Annahmen des Beispiels bei:

Preform günstiger als die fertige Verpackung umPreformpreisUngefähre monatliche Kostendeckungsmenge
20 %0,0905 EUR208.000 Stück
35 %0,0735 EUR57.000 Stück
50 %0,0566 EUR33.000 Stück

Ein Preisabstand von etwa 30–50 % ist somit ein guter Anlass für eine genaue Kalkulation, insbesondere bei regelmäßigem Bedarf. Bei einer kleinen Differenz kann eine wesentlich größere Produktionsmenge erforderlich sein.

Auch der absolute Betrag je Stück ist wichtig. 30 % von 0,0679 EUR sind rund 0,0204 EUR, während 30 % von 0,2716 EUR rund 0,0815 EUR ergeben. Teurere Spezialverpackungen können deshalb schon bei kleineren Mengen eine Eigenproduktion rechtfertigen.

Für welche Branchen ist die eigene PET-Produktion besonders interessant?

Getränke und Wasser

Bei großen, regelmäßigen Abfüllmengen hat das eigene Streckblasen starke wirtschaftliche und organisatorische Vorteile. Preforms benötigen deutlich weniger Platz als fertige Verpackungen. Die Herstellung direkt vor dem Abfüllen reduziert Transport, Lagerung und Handling leerer Flaschen. Integrierte Blas-, Füll- und Verschließsysteme nutzen genau diese Vorteile.

Bei kleinen Abfüllbetrieben hängt die Entscheidung weiterhin von Menge, vorhandener Infrastruktur und Arbeitsorganisation ab.

Haushaltschemie und Kosmetik

Spülmittel, Reinigungsprodukte, Shampoos und andere Erzeugnisse mit wiederkehrenden Verpackungsformaten eignen sich gut für eine Wirtschaftlichkeitsanalyse. Der Einkaufspreis, geringere Lagerbestände und die Unabhängigkeit von Lieferterminen sind wichtige Faktoren.

Rezeptur und Verpackungsgeometrie müssen in die Verfahrensauswahl einfließen. Flache und asymmetrische Formen können eine besondere Erwärmung der Preforms erfordern, um die gewünschte Materialverteilung zu erreichen. Die Verträglichkeit zwischen Verpackung und Produkt ist durch Prüfungen zu bestätigen.

Nahrungsergänzungsmittel und PET-Dosen

Hier lohnt sich der Blick auf eine ganze Verpackungsfamilie: Flaschen für Flüssigkeiten sowie Dosen für Kapseln, Tabletten und Pulver. Mehrere Produkte können dasselbe Format nutzen und damit die Menge pro Werkzeug erhöhen.

Eine weite Öffnung, Oberflächenanforderungen und die Konstruktion der Dose beeinflussen die Verfahrenswahl. Einstufige ISBM-Lösungen eignen sich auch für kleine Serien und viele Verpackungsvarianten, unter anderem für Kosmetik und Pharma. Die Verfügbarkeit passender Preforms und die Möglichkeiten der konkreten Maschine müssen geprüft werden.

Frischsäfte und frische Produkte

Bei regelmäßiger Saftherstellung kann das eigene Streckblasen die Verpackungskosten senken und die Versorgung besser an den aktuellen Absatz anpassen. Saisonale Schwankungen und die tatsächlichen Produktionstage gehören in die Rechnung.

Die Verpackungstechnologie muss zum Abfüll- und Haltbarmachungsverfahren passen. Kalt- und Heißabfüllung stellen unterschiedliche Anforderungen. Für die Heißabfüllung werden entsprechend vorbereitete PET-Verpackungen verwendet, beispielsweise mit Heat-Set-Verfahren für höhere Wärmebeständigkeit.

Molkereiprodukte

Bei Milch, Trinkjoghurt und Milchgetränken ist der Verpackungspreis ein Teil der Entscheidung. Ebenso wichtig sind geeignete Hygienebedingungen und der Schutz vor Einflüssen wie Licht und Sauerstoff, die die Haltbarkeit verändern können.

Verpackungen für frische Kühlprodukte und UHT-Produkte müssen zusammen mit dem gesamten Abfüllprozess betrachtet werden. Aseptische Lösungen verbinden die Vorbereitung der Preforms, das Blasen und das Abfüllen unter kontrollierten Bedingungen. Eine solche Anlage benötigt eine eigene Kostenrechnung.

Preforms einkaufen oder Verpackungen aus Granulat herstellen?

Der Einkauf von Preforms und das eigene Streckblasen sind häufig der einfachste Einstieg. Das Unternehmen übernimmt den letzten Herstellungsschritt und verwendet ein fertiges Halbzeug.

Die Herstellung aus Granulat erfordert zusätzliche Ausrüstung und Werkzeuge. Möglich sind eine separate Preform-Spritzgießanlage oder ein einstufiges ISBM-Verfahren, also Spritzstreckblasen. Menge, Formatanzahl, Verpackungskonstruktion und Werkzeugkosten bestimmen die Wahl. Ein niedriger Granulatpreis allein entscheidet noch nicht über die günstigste fertige Verpackung.

Was kann die Wirtschaftlichkeitsschwelle verschieben?

Ein stabiler Bedarf und ausreichend lange Serien schaffen die besten Voraussetzungen. Bei 2.000 Gutteilen pro Stunde benötigt die Herstellung von 50.000 Verpackungen im Beispiel etwa 25 reine Produktionsstunden. Anfahren, Umrüsten und organisatorische Tätigkeiten kommen hinzu.

Viele kurze Serien erhöhen den Anteil dieser Tätigkeiten an den Stückkosten. Außerdem ist entscheidend, ob die Verpackungen direkt zur Abfüllmaschine gelangen oder verpackt und gelagert werden müssen.

In der Jahresrechnung sind schwächere Absatzmonate, die benötigten Formen, Service, Finanzierung und Bestände zu berücksichtigen. Verglichen werden sollten Verpackungen mit gleichwertigen Eigenschaften und identischem Lieferumfang, einschließlich Verschlüssen, falls diese im Preis enthalten sind.

Berechnen Sie die Wirtschaftlichkeit für Ihren Betrieb

Eine eigene PET-Verpackungsproduktion verdient bereits bei mehreren Zehntausend Stück monatlich eine genauere Analyse. Entscheidend ist der Betrag, der je Gutteil verbleibt, und ob er ausreicht, um die gesamte Investition und deren Betrieb zu finanzieren.

Die Berechnungen sind Näherungswerte. Für eine genaue Kalkulation ist eine Kontaktaufnahme erforderlich.

Möchten Sie wissen, ob sich die Eigenproduktion von PET-Verpackungen für Ihr Unternehmen lohnt? Nutzen Sie unseren Rechner und vergleichen Sie die voraussichtlichen Kosten anhand Ihres Bedarfs, Ihrer Verpackung und Ihrer Einkaufspreise.

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